Bilder vermasseln die Response

Noch im Januar hatte ich mit einem Kunden ein großes Problem. Er wollte unbedingt, dass ich künftig nur mehr Stand-Alone-Mails (SAMs) mit Bildern abliefere.

Das sei eben die neue Entwicklung. „Im Internet geht’s nicht mehr ohne Bilder… ”

Für mich keine schöne Ankündigung. Denn ich bin kein Grafiker, habe auch kein großes Bilderarchiv. Aber: „Wir sehen uns keinen SAM-Entwurf ohne Bilder und Grafiken mehr an.”

Der Grund für die Forderung war logisch. Im abgelaufenen Jahr

waren einige bebilderte Mails des Verlags äußerst erfolgreich. Da sah man Schlangen armer Menschen vor zahlungsunfähigen Banken der Jahre um 1927 stehen. Oder einen brennenden 100-Euro-Schein mit Headline à la „Die Inflation verbrennt Ihr Geld.”

Jetzt, kaum 8 Monate danach, spricht keiner mehr von diesen Bildern.

Und zwar aus 2 Gründen…

Ersten konnte ich mit mehreren „No-Picture-Mails” diese bebilderten Mails um Längen schlagen. Wo da vorher ein bebildertes Mail mit 100 Anfos (30-Tage-Test-Anforderungen) als der ganz große Renner gefeiert wurde, brachte mein Mail ohne Bilder 139 Anfos, 250 Anfos und mehr.

Eines meiner Mailings wurde zuerst überhaupt nicht ausgesandt. Denn es brachte in Verbindung meiner Text-Onlys schon als Landing-Page über 450 Anfos, bevor es zum ersten Mal ausgesendet wurde. Als es dann endlich als SAM ausgesandt wurde, schlug es alle bisherigen Response-Rekorde.

Also Mails ohne Bilder schlugen bebilderte Mails dramatisch.

Unter den bebilderten Mails war so gar eines, das mir sehr gut gefiel. Das am Beginn des Mails zeigte eine Kaffeetasse ein Pluszeichen, ein Frühstücksei, ein Pluszeichen, einen Hundert-Euro-Schein. Die Headline dazu versprach, dass der Leser nun jeden Morgen zum Frühstück 100 Euro erhält.

Die große Überraschung: Das Mail OHNE diese Bildleiste brachte deutlich MEHR Response.

Ein Mail ohne Bild bringt mehr Response, das kann jetzt allerdings keine Grundregel sein. Es ist nicht immer so. Es ist nur so…

Erstens: Es gibt Themen, wo ein Mail mit Bildern besser funktioniert. Wenn ich zum Beispiel beschreibe, wie die Wirtschaft zusammenkracht, dann kann ich brennende Geldscheine zeigen. Und vor einer Bank stehende Menschenschlange.

Stelle ich aber topp aktuell eine Aktie vor, deren Kurs in den nächsten Tagen explodieren wird, dann wirkt ein Mail mit vielen Bildern und Farben eher unglaubwürdig. Der Leser fragt sich, wie der Schreiber bei so viel Aktualität noch Zeit für Bilder hatte.

Zweitens: Es gibt verschiedene Herangehensweisen an eine Textarbeit…

Der Texter mit den vielen Bildern war vorher Grafiker. Will er über eine abstürzende Wirtschaft schreiben, dann denkt er an einen zusammenbrechenden Eisberg, sucht sich dazu auf www.shutterstock.com ein Foto… und startet dazu seinen Text.

Bei mir ist das anders. Ich suche für ein neues Mail zuerst irgendeinen logischen Grund für den Leser, warum er mein Angebot annehmen soll. Ich suche nach dem „Meer hungrigier Mäuler”, das der US-Texter in seinem fantastischen Texterbuch „Breakthrough Advertising” beschreibt. Ich suche also nach einem unendlich großen Massenbedürfnis…

Massenhaft viele Aktienanleger wünschen sich zum Beispiel, dass sie im neuen Jahr endlich einmal die Aktien erwischen, die bis zum Jahresende gigantische Gewinne bringen. Also schrieb ich dieses Mail, das weit überdurchschnittlich hohe Response brachte…

* * *

„Während selbst Warren Buffett und sein Vize Charlie Munger auf ihrer Hauptversammlung in Omaha sagten, Aktien brächten nur mehr „bescheidene” Rendite…

…explodierten gleichzeitig die Kurse vieler Aktien in nur 6 Monaten um bis zu +225,7%

Da kann also etwas nicht stimmen!

Die Kurse von Aktien, wie Quiksilver, Singulus, Crocs und weiteren 50 Aktien explodierten in den vergangenen 6 Monaten um +225,7%, +180,3%, +122,0%…

Und keiner hat Ihnen etwas gesagt!

Die Kurse von Aktien, wie Drägerwerk, Skechers USA, Hitachi, DO & CO, Micronas Semicinductor, Grammer explodierten zur selben Zeit um +88,4%, +78,9%…

Diese gigantischen Gewinne passierten JETZT!

Da gibt es ganz offensichtlich eine andere, viel wirkungsvollere Gewinn-Strategie, als die von Warren Buffett und allen anderen traditionellen Anlegern

Einladung an Sie…

* * *

Bilder oder keine Bilder? Meine Einstellung ist die, dass ich mich lieber eine Stunde lang an einem Text feile oder nach neuen interessanten Verkaufsargumenten recherchiere, als dass ich nach Bildern suche.

Die Ergebnisse geben mir Recht. Mein Auftraggeber veröffentlicht gerade kaum mehr Mails mit vielen Bildern. Er weiß jetzt aus Testergebnissen, dass ein Bild eben nicht immer 1.000 Worte ersetzen kann.

Auf hohe Response ohne viele Bilder

Peter J. Beck

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Bilder vermasseln die Response

  1. Es ist in der Tat erstaunlich, dass selbst ein Hersteller von Kunststoffschuhen mit Löchern drin zu den Aktiengewinner gehört. Interessant, interessant. Aber na ja, ich trage ja auch dazu bei. Habe Crocs für die Gartenarbeit. Grüße, Erwin

    • Peter J. Beck

      Das finde ich überhaupt nicht erstaunlich. Ich sitze hier gerade mit meinen knallgrünen Lieblings-Crocs und laufe oft wochenlang damit herum. Äußerst angenehm finde ich, dass ich nun nicht mehr lange nach den Crocs in meiner momentanen Lieblingsfarbe in meiner Größe suchen muss, sondern einfach bei buntefuesse.de bestellen kann. Wobei wir wieder bei den Vorteilen von Direct Marketing sind… Have a nice day, Peter

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