So dramatisch ändern „Kleinigkeiten” die Response

Als mich die Praktikantin meines Auftraggebers bat, dass ich für einen kurzen Einführungstext eine zweite Version für einen Test schreibe, ahnte ich nicht, was für einen Fehler ich machte…

Also, es ging um einen „Einführungstext”. Das bedeutet, ich hatte für den Auftraggeber schon ein Stand-Alone-Mail (SAM) geschrieben. Das wurde am Mittwoch eingesetzt und war außerordentlich erfolgreich…

Nun wollte es der Kunde am Samstag nochmals einsetzen. Dafür brauchte er einen kurzen Text, der dem Leser begründete, warum er das SAM vom Mittwoch nochmals erhielt.

Ich schrieb dazu diesen Einführungstext hier…

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Ihre +500%-Aktie legt diesen Donnerstag los

Liebe Leserin, lieber Leser,

den folgenden Brief hatten Sie schon am Mittwoch in der Mailbox. Weil Ihnen sein Inhalt aber jetzt schon die Weichen für 2011 so dramatisch verbessert, bat ich darum, ihn Ihnen an diesem Wochenende nochmals zu senden.

Bitte, das ist eine Ausnahme. Aber Sie sehen gleich, warum…

Auf viel Erfolg 2011… jetzt schon…

Ihr

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Nun bat mich die Praktikantin, dass ich noch einen zweiten Text schreibe, „damit wir was zum Testen haben”. Und ich schrieb diesen etwas längeren Text hier…

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Ihre +500%-Aktie legt diesen Donnerstag los

Lieber Anleger,

das Jahr 2011 wird für Sie das absolute Traumjahr…

Schon in diesem Jahr erlebten Sie schier unglaubliche Kurssteigerungen von +251,17% (Grammer), +134,25% (Hugo Boss), +132,67% (HYMER AG), +128,32% (Delticom AG)…

Mit noch viel höheren Kurssteigerungen rechne ich fürs kommende Jahr. Mit großer Sicherheit auf alle Fälle bei der Aktie, zu der Ihnen mein Kollege  schon am Mittwoch letzter Woche eine dringende E-Mail schickte.

Ein sensationelles Ereignis lässt den Kurs dieser Aktie ab Donnerstag explodieren. Sie müssen unbedingt noch vor diesem Donnerstag über das ungeheuere Potenzial dieser Jahrzehnt-Aktie Bescheid wissen. Lesen Sie den Brief bitte unbedingt. Es wartet eine große Überraschung auf Sie…

Auf viel Erfolg

Ihr

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Offenbar ist dieser zweite Text so grottenschlecht, dass er die Response halbierte. Das heißt, das SAM über dem der erste, kürzere Text stand, brachte doppelt soviel Response, wie das SAM mit dem längeren Text.

Zweites Beispiel:

Welches Stand Alone Mail bringt Ihrer Meinung nach mehr Response? Das SAM, in dem mehrere Textkästen mit dem Angebot eines kostenloses PDF-Reports verstreut sind? Oder das SAM ohne diese Kästen?

Halten Sie sich fest…

Das SAM ohne die Kästen brachte dreimal mehr Response als das SAM mit den Kästen.

Der Gesamterfolg beider Aktionen, die ich Ihnen hier gezeigt habe, war dennoch so hoch, dass die schlechteren Versionen keine so große Rolle spielten.

Aber wir sehen an diesen Beispielen wieder einmal, wie vorsichtig wir in unseren Werbebriefen mit jedem Detail sein müssen.

Viel Erfolg

Peter J. Beck

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “So dramatisch ändern „Kleinigkeiten” die Response

  1. Low-key (aber richtig), Glaubhaftigkeit und die Bereitschaft Schrott-Produkte vom Markt zu nehmen (auch wenn es erst mal weniger Gewinne bedeutet), ist genau das was durch nichts zu ersetzen ist. Die Krise bringt den gewaltigen Vorteil für den Abonnenten von Finanzinfos, dass diese Infomarketing-Branche sich selber bereinigt.

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